Kohlrouladen

05/03/2009 § Ein Kommentar

 

kohlrouladen-collage

Heute mal ganz klassisch. In dieser Woche musste der Kühlschrank so ziemlich was aushalten, es ging und geht zu wie im Taubenschlag und Groß – und Kleinfamilie bis Single-Küche wollten bedient werden. Selbst der kleinste Weißkohlkopf lässt ja noch ein paar Blätter übrig, aus denen man kleine Kohlrouladen machen kann. Und da nach dem wunderschönen vergangenen Wochenende, der Winter zurück gekehrt ist, gab’s nochmal Wintergemüse.

Die Kohlblätter habe ich kurz blanchiert, damit sie schön flexibel sind.  Hackfleisch mit gewürfelter Zwiebel, klein gehacktem Knoblauch und Weißkohl, Petersilie, etwas Thymian, Salz und Chilli gewürzt (kein Brot, kein Ei!). Damit die Kohlblätter gefüllt und kleine Rouladen gebunden. In Olivenöl angebraten, herausgenommen und kleingeschnittene Möhren, Zwiebel, Sellerie und Knoblauch mit Tomatenmark und Paprikamark im Bratensatz geröstet, Fleischbrühe* aufgegossen und das ganze im Ofen bei 150° Umluft ca. 1 Stunde schmoren lassen. Eventuell muss man etwas Fleischbrühe aufgießen.

Zum Schluss die entstandene Soße durch ein Sieb passieren, mit Sahne (Rahm) und Petersilie verfeinern. Dazu gab es stinknormale Salzkartoffeln. Ein einfaches Essen, ohne Firlefanz halt.

Es gibt ja quer durch Europa die verschiedensten Kohlrouladen oder Krautwickelvariationen, meistens hat man aber nicht alle Zutaten zur Hand, improvisieren geht auch und ist manchmal gar nicht so schlecht.

*Fleischbrühe oder Gemüsebrühe stelle ich immer selbst her. Dazu nehme ich den großen Schnellkochtopf und friere dann Portionen ein. Somit bin ich nicht auf die gekauften Fonds angewiesen.

 

Kohl & Pinkel

11/01/2009 § 4 Kommentare

    
Nachdem ich gestern heimatliche Eislauf-Foto’s bei klimanews gefunden hatte (heute gibt’s schon wieder neue 🙂 ), wir heute einen wunderschönen sonnigen aber eiskalten Wintertag hatten, den entsprechenden Spaziergang absolviert hatten, lechzte sie Seele natürlich nach einem deftigen norddeutschen Essen. Was tun, wenn nicht geplant, entsprechend nicht eingekauft werden konnte?

Ich habe den Tiefkühlschrank inspiziert, Pinkel gefunden, echte Bremer Kochwürste gefunden. Kartoffeln waren leider nur noch in Form von Pellkartoffeln vorhanden, die wir gestern mit Fisch hatten. Grünkohl im Glas fand sich im Vorratskeller. Fehlte nur noch das Kasseler und das gab’s beim Metzger am Bahnhof – ist ja Gott sei Dank nicht weit! 🙂 Ein letzter Rest Hafergrütze lies sich auch noch auffinden, Schmalz war keins vorhanden, ist aber sowieso nicht so wichtig, weil geschmackstechnisch nicht immer wirklich der Brenner.

Zutaten für die spontane Variante:

Grünkohl aus dem Glas, Hafergrütze
Pinkel, Fleischbrühe und Kochwurst aus dem Freezer
Kasseler vom Metzger am Bahnhof
Bratkartoffeln von den übrig gebliebenen Pellkartoffeln von gestern

Zubereitung

Weil es schnell gehen mußte, kam der Schnellkochtopf zum Einsatz. Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten, Grünkohl aus dem Glas, Fleischbrühe, Kasseler, Kochwurst, Hafergrütze, Pfeffer, Salz und Zucker hinein, das Ganze eine 3/4 Stunde im Schnellkochtopf vor sich hingaren lassen. Gleichzeitig die Pinkel nach „Stadtmusikante-Art“ anstechen und in Salzwasser garen – so kommt das ganze überflüssige Fett heraus. Und ganz zum Schluss die Bratkartoffeln in die Pfanne.

Lecker, köstlich … mmmhhhhh! 🙂

Ja! Natürlich weiß ich daß die Bremer den Grünkohl als Braunkohl bezeichnen. Ich weiß auch woran das liegt: Baute man doch früher dort eine andere Kohlsorte an, die man auch heute noch, zwar selten aber doch, auf einem guten Markt bekommt. Dieser Kohl ist eher lila-grünlich, nicht so blattreich und verfärbt sich beim Kochen braun. Deshalb heißt es in Bremen „Braunkohl und Pinkel“. Im Umland heißt es „Grünkohl und Pinkel“ und wird auch mit unterschiedlichen Fleischvariationen angeboten. So ißt man im Osnabrücker Land gerne das sog. „Wurstebrot“ dazu, welches eine Fleischvariante der Pinkel ist.

Die Kochwürste und die echte Pinkel sind letztendlich jeden Winter das eigentliche Problem, wenn man dieses norddeutsche Essen im Schwabenland herstellen möchte.  Es gibt hier zwar jede Menge Sorten an schmackhaften Bauernbratwürsten, die man anstatt einsetzen könnte, aber sie alle schmecken eben nicht so wie eine Kochwurst, die nicht nur erhitzt wird, sondern wirklich mitgekocht wird. Aber meine treuen Lieferanten lassen mich nie im Stich und so erreicht mich seit Jahren ,von unterschiedlichen Absendern, immer mal wieder ein Hilfspaket – worüber ich mich immer sehr freue! 🙂

Wünsche Euch weiterhin eine fröhliche Eiszeit, bzw. den Genuss einen echten Winter zu erleben …

Letzte Meldung für heute: -9° C

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